Websiteanalyse und Datenschutz

Betreiber von Websites möchten gerne wissen, wer Ihre Website besucht, wie häufig und wann, wieviel Umsatz generiert wird und welche Themen für die Besucher besonders interessant sind.

Dabei wird beim Einsatz solcher Tools gerne übersehen, dass es in Deutschland datenschutzrechtliche Bestimmungen gibt, die einen weiten Einsatz solcher Anwendungen rechtlich einschränken. Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen können empfindliche rechtliche Sanktionen mit sich ziehen. Daher ist vor dem Einsatz solcher Tools genau zu prüfen, was rechtlich noch zulässig ist.

Gemäß § 12 Telemediengesetz dürfen personenbezogene Daten nur erhoben werden, wenn der Betroffene vorher zugestimmt hat oder eine gesetzliche Ermächtigung vorliegt. Eine solche gesetzliche Ermächtigung liegt jedenfalls für die Erhebung statistischer Daten beim Besuch einer Website nicht vor. Der Benutzer hinterlässt beim Besuch der Website eine IP-Adresse. Diese muss letztlich technisch verwendet werden, um statistische Aussagen über die Nutzung einer Internetsite treffen zu können. Wird diese nun an Dritte wie beispielsweise Google, bei Google Analytics, übermittelt, so müsste eine Einwilligung auch hierfür seitens des Besuchers beim Besuch der Website vorliegen. Diese Einwilligungen können wegen § 13 Telemediengesetz nicht konkludent dadurch erfolgen, dass der Benutzer sich auf der Website aufhält und damit seine Einwilligungen durch sein Handeln zum Ausdruck bringt. Vielmehr schreibt die rechtliche Regelung vor, dass die Einwilligung, wenn sie elektronisch abgegeben wird, bewusst erfolgen muss. Beim Einsatz eines anonymisierten Tools ist dies aber nicht gegeben, denn diese zeigen sich dem Benutzer nicht. Letztlich müsste der Benutzer, bevor das Tool zum Einsatz kommt eine Abfrage bestätigen, dass seine Daten zu statistischen Zwecken erhoben werden, und im Falle von Google Analytics, an Dritte weitergeleitet werden. Dies erscheint aber kein praktikables Vorgehen.

Jedenfalls schreibt der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein auf S. 139 in seinem 31. Datenschutzbericht vom 31. März 2009 zu dem Tool Google Analytics:

Derzeit ist die Nutzung des kostenlosen Google Analytics Services durch Webseitenanbieter unzulässig. Google muss dessen Konfiguration so ändern, dass die Betroffenen ihr Recht auf Widerspruch, Information und Auskunft sowie Löschung der Daten wirksam wahrnehmen können. Für den rechtswidrigen Einsatz des Dienstes haften die Webseitenbetreiber. [Quelle]

Eine Lösung bietet ggf. die Anonymisierung der erhobenen Daten. So können die letzten 8 Bit der IPv4-Adresse gelöscht werden, so dass sich statt 192.168.2.100 beispielsweise eine IP-Adresse in der Form 192.168.2.XXX ergibt. Dadurch lässt sich eine Lokalisierung und Zuordnung zu einem Benutzer nicht mehr vornehmen. Die meisten Website Analysetools bieten mittlerweile diese Möglichkeit. Dennoch besteht hierbei immer noch eine rechtliche Grauzone, da die Datenschutzbeauftragten wie oben auch die Möglichkeit des Widerspruchs als notwendig voraussetzen, und diese Voraussetzung ist auch bei einer Anonymisierung nicht erfüllt.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website.

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