Opensource und freie Software für Unternehmen?

Opensource, ein Begriff, der heutzutage fast schon deflationär in Zusammenhang mit Software und Informationstechnologie verwendet wird. Es handelt sich dabei um Lizenzen von Software, deren Lizenzmodell die Weiterentwicklung der Software durch die Allgemeinheit fördert und deren Quellcode offen und damit für jedermann einsehbar ist.

Opensource ist per se nicht freie Software. Dieser Artikel soll sich allerdings mit Opensource als freier Software beschäftigen.

Im privaten Umfeld findet der Einsatz von Opensource sehr häufig statt. Gerne werden sich Anwendungen wie beispielsweise Openoffice heruntergeladen und installiert, nicht zuletzt um Kosten zu sparen, die man sonst für kommerzielle Produkte ausgeben müsste. Beim Einsatz in Unternehmen oder in der Unternehmensinfrastruktur stellen sich jedoch einige Fragen der Praktikablität des Einsatzes von Opensource, die hier geklärt werden sollen:

Kein hinreichend komplexes Programm ist absolut fehlerfrei. Mit Fehlern zu leben haben die Nutzer nicht nur von freier und quelloffener Software kennenlernen müssen. Jüngst wurde in dem Betriebssystem iOS von Apple noch gefährliche Sicherheitslücken entdeckt, die es Angreifern ermöglichen, Zugriff auf Mobiltelefone und andere Endgeräte zu bekommen (siehe Artikel hierzu). Dennoch lässt sich mit einer Qualitätsmanagementstruktur auch bei freier Software und Opensource Projekten eine hinreichende Fehlerfreiheit des Programms oder Systems erreichen, wie das beispielsweise bei dem Opensource Projekt OpenBSD sichtbar gezeigt wurde. Neben der schon von Anfang an vorherrschenden Qualität im Hinblick auf Funktionsfähigkeit und Fehlerfreiheit, ist es aber auch wichtig, dass das hinter der freien Software bestehende Projekt weiter verfolgt wird, und eine Fehlerbeseitigung in kontinuierlichen Abständen stattfindet. Beim Einsatz von freier und quelloffener Software sollten also folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  1. Einsatzbereich der Software
  2. Größe und Verbreitung des Softwareprojektes
  3. Qualität der Software
  4. Funktionsumfang und Erfahrungswerte
  5. Unternehmungen, die Support zu freier Software anbieten

Der Einsatzbereich der Software ist aus unterschiedlichen Erwägungen von Interesse. Der Sicherheitsaspekt: Ein Betriebssystem, dass auf einem Server läuft, benötigt eingehendere Aufmerksamkeit als beispielsweise ein normaler Arbeitsplatzrechner oder ein Rechner zu Hause. Aber auch eine Anwendung, wie beispielsweise ein Email Server oder ein Kundeninformations- oder managementsystem, dass auf einem eigenen oder fremden Server betrieben wird, stellt erhöhte Anforderungen an die IT-Sicherheit. Wenn Kundendaten an die Internetgemeinde verloren gehen, könnte dies mitunter den Ruin der betroffenen Unternehmung bedeuten. Die Benutzerfreundlichkeit: Spielt bei einem Betriebssystem die Benutzerfreundlichkeit noch keine allzugroße Rolle, gewinnt sie aber bei Dialoganwendungen, die von normal versierten IT Kundigen benutzt werden, eine größere und manchmal sogar entscheidene Rolle. Wichtig ist, dass die Mitarbeiter, die zukünftig mit einem solchen Produkt arbeiten sollen, sich einfach und schnell an die neue Oberfläche und Funktionsweise gewöhnen, um Integrations- und Einführungskosten möglichst gering zu halten. Gerade hier spielen sowohl die Effizienz der Betriebsabläufe als auch die Einführungskosten eine erhebliche Rolle. Gegebenfalls kann man so schon direkt zu dem Ergebnis kommen, dass der Einsatz einer bestimmten freien Software sich aus diesen Gründen nicht lohnt.

Die Größe und Verbreitung der freien Software ist ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit und Wartung der bestehenden Lösung. Bei vielen Linux Distributionen beispielsweise, die einen hohen Verbreitungsgrad aufweisen oder die unter einer Schirmherrschaft stehen, wie Fedora unter der Schirmherrschaft von RedHat, kann man sich sicher sein, dass eine Weiterentwicklung auch auf Jahre hinaus noch gewährleistet ist. Eine große Entwicklergemeinde betätigt sich unablässig an der Behebung von Fehlern und der Erweiterung der Funktionalität der Software. Kleinere Projekte mögen vielleicht für den privaten Benutzer nützlich und interessant sein, für den Unternehmenseinsatz eignen sie sich aus diesen Gründen jedoch nur bedingt. Das Unternehmen selbst muss dann ggf. Ressourcen bereithalten, um gravierende Softwarefehler oder fehlende Funktionalität zu ergänzen.

Die Qualität der Software ist ebenfalls ein entscheidener Aspekt. Manche Communites, die mitunter erhebliche Beachtung innerhalb der Internetgemeinde erhalten haben mit ihren Opensource Projekten, haben kein funktionierendes Qualitätsmanagement. So ist nicht auszuschließen, dass ganz erhebliche Programmfehler erst unentdeckt bleiben und nach deren Bekanntwerden lange Behebungszeiten notwendig sind. Ein Positivbeispiel für ein fundiertes Qualitätsmanagement bietet OpenBSD, da hier ein fester Entwicklerkern das Betriebssystem entwickelt und ein hoher Stellenwert auf Qualitätsmanagement gelegt wird.

Der Funktionsumfang und die Erfahrungswerte die mit der Opensource und freien Software gemacht wurden sind ebenfalls wichtige Indikatoren. Die Software sollte den bestehenden Bedarf des potentiellen Anwenders möglichst vollständig abdecken, um einen optimalen Einsatz zu gewährleisten. Erfahrungswerte anderer Benutzer können vertrauensbildend sein, oder negative Signale transportieren, die den Einsatz solcher Software ausschließen kann. Eine Recherche über Erfahrungswerte und Funktionsumfang der ins Kalkül gezogenen Software ist von daher dringend geboten.

Bei der Einführung der Software ist es auch von Vorteil Unternehmungen zu berücksichtigen, die für solche Software Support und ggf. Erweiterungsdienstleistungen anbieten können. So bietet die Firma etis GmbH unter www.manageorder.de sowohl eine Software as a Service Dienstleistung für das Produkt vTiger an, als auch Entwicklungsdienstleistungen zur Erweiterung derselben und einen ausgereiften Support mit einem festen Ansprechpartner. In dem Fall besteht eine erhebliche Absicherung darin, dass bei auftretenden Fehlern oder bei möglichen Erweiterungen der Software auf einen externen Dienstleister zurückgegriffen werden kann, und man so keine lokalen Ressourcen vorhalten muss, wenn man sich für den Einsatz der Software entscheidet.

Fazit: Ist der Einsatz einer Opensource und freien Software im Unternehmen geplant, um Kosten einzusparen, sollte eine fundierte Analyse der bestehenden Lösungen vorgenommen werden, um Risiken bei dem Einsatz solcher Lösungen zu minimieren.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Website.

Treten Sie so direkt mit dem Autor in Kontakt:

Christian Zoepfchen

 

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